Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber Kehlkopfkrebs

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Kehlkopfkrebs
Wissenswertes zu Kehlkopfkrebs

Nach der vollständigen Entfernung des Kehlkopfes verlieren an Kehlkopfkrebs Erkrankte die Fähigkeit zu sprechen. Es gibt verschiedene Methoden um die Sprechfähigkeit zurückzuerlangen. Mithilfe eines Logopäden kann z. B. die Speiseröhrensprache erlernt werden, bei der Luft in Töne umgewandelt wird. Darüber hinaus gibt es elektronische Sprechhilfen, wie die SERVOX digital, die mithilfe von Vibrationen stimmhafte Laute erzeugen. Nach der Entfernung des Kehlkopfes erfolgt die Atmung zudem über ein Tracheostoma. Dabei ist es wichtig, bestimmte Hygienemaßnahmen zu beachten, damit keine Fremdkörper durch das Tracheostoma in den Hals gelangen. Bei der Nahrungsaufnahme sollte außerdem auf gründliches Kauen und eine angemessene Portionierung geachtet werden.

Wissenswertes zu Kehlkopfkrebs

Die „Neck dissection“ bei Kehlkopfkrebs

Nach der Entfernung des Kehlkopftumors – ob durch Teilresektion oder völliger Entfernung – kann bei Kehlkopfkrebs auch die Entfernung der Halslymphknoten notwendig sein, weil sich hier am ehesten Metastasen bilden. Im Rahmen der sogenannten „Neck dissection“ werden die Lymphknoten ein- oder beidseitig radikal entfernt.

Die Sprache wiedererlernen nach einer Erkrankung an Kehlkopfkrebs

Die Fähigkeit zu sprechen büßt der Betroffene ohne Kehlkopf zunächst ein. Mit logopädischer Hilfe kann von vielen Patienten nach der Theapie von Kehlkopfkrebs eine Speiseröhrensprache erlernt werden, die statt der Stimmbänder die Speiseröhrenmuskulatur zur Stimmbildung benutzt. Dabei wird die durch das Tracheostoma geschluckte Luft mithilfe der Muskulatur durch die Speiseröhre nach oben gedrückt und erzeugt Töne. Alternativ werden für Betroffene von Kehlkopfkrebs elektronische Sprechhilfen, wie die SERVOX digital, eingesetzt.

Elektronische Sprechhilfen

Viele verbinden Kehlkopfkrebs und die Entfernung des Kehlkopfes automatisch mit einer elektronischen Sprechhilfe wie der SERVOX digital. Dieser elektromagnetische Körperschallgeber erzeugt Vibrationen, die durch Anlegen an den Hals auf Rachen und Mundhöhle übertragen werden und stimmhafte Laute bilden. Der Umgang mit der elektronischen Sprechhilfe ist in der Regel relativ einfach zu erlernen und beschwerdefrei. Neuere Geräte sorgen für die Erzeugung einer natürlicheren und melodischer klingenden Stimme als ältere Stimmhilfen, die eine mechanisch klingende Stimme erzeugen. Dennoch ist für den Rückerwerb einer natürlich klingenden Stimme das Erlernen einer körpereigenen Ersatzstimme zu bevorzugen.

Ohne Kehlkopf atmen

Wenn der Kehlkopf aufgrund zu starken Tumorbefalls entfernt werden musste, verändert sich das alltägliche Leben. Die Atmung erfolgt nicht mehr durch Nase und Mund, sondern über das Tracheostoma. Dieses kann einströmende Luft weder vorwärmen noch reinigen. Daher ist besonders auf eine regelmäßige Reinigung des Stomas und eine ausreichende Luftfeuchtigkeit zu achten. Am besten geeignet ist eine Raumluftfeuchtigkeit von etwa 60 %.

Hygienemaßnahmen und Ernährung

Beim Duschen ist darauf zu achten, dass kein Wasser oder Seifenschaum in das Stoma gelangt. Männer sollten beim Rasieren sorgfältig darauf achten, dass keine Barthaare in die Öffnung am Hals gelangen, weil diese starken Juckreiz auslösen können. Beim Schlucken von Nahrung können Beschwerden auftreten, auch wenn im Allgemeinen Essen und Trinken regulär möglich ist. Patienten sollten darauf achten, nur kleine Stücke zu schlucken und diese sorgfältig zu kauen.

Vorbeugung von Kehlkopfkrebs

Da Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum zu den beiden Hauptrisikofaktoren für kehlkopfkrebs gehören, ist der Verzicht auf Rauchen und Alkohol die effektivste Form, Kehlkopfkrebs vorzubeugen. Menschen, die zu beiden Risikogruppen gehören, sollten sich regelmäßig vorsorglich auf Kehlkopfkrebs hin untersuchen lassen.

Prognose bei Kehlkopfkrebs

Je nach Lokalisation und Stadium des Tumors, gilt für Männer mit Kehlkopskrebs eine sogenannte Fünfjahresüberlebensrate von rund 65 %, das bedeutet, nach 5 Jahren sind etwa 35 % der betroffenen Männer verstorben. Bei Frauen mit Kehlkopfkrebs ist die Fünfjahresüberlebensrate mit etwa 76 % höher.

Barbara Kliem

02. Dezember 2016
Nach einer Operation bei Kehlkopfkrebs müssen Betroffene das Sprechen neu erlernen. Neben elektronischen Sprechhilfen, ist es auch möglich, mithilfe von Luft, die in der Speiseröhre verschluckt wird, Töne zu erzeugen.
  
12. Oktober 2016
1975 gegründet, konnte der Landesverband der Kehlopfoperierten 2015 auf 40 Jahre Engagement für Menschen mit Kehlkopfkrebs zurückblicken. 2016 fand die Feier anlässlich des Jubiläums statt.
  
30. September 2016
1976 wurde der Landesverband Berlin-Brandenburg der Kehlkopflosen gegründet und feiert somit 2016 sein 40-Jähriges Bestehen. Der Verein unterstützt Betroffene nach der Operation und bietet Informationen zum Erlernen einer Ersatzstimme.
  
13. Juni 2016
Bei den diesjährigen Neuwahlen beim Landesverband der Kehlkopfoperierten Freistaat Sachsen ist der langjährige Vorsitzende Frank Mädler nicht wieder angetreten.
  
02. Juni 2016
Durch die Entfernung des Kehlkopfes verlieren Kehlkopfoperierte die Fähigkeit zur Stimm- und Sprachbildung. Luft bekommen Kehlkopfoperierte durch ein sogenanntes Tracheostoma.
  

Man unterscheidet vier Arten von Kehlkopfkrebs. Abhängig von der Lage des Tumors handelt es sich um einen supra-, sub-, trans- oder glottischen Tumor. Kehlkopfkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen im Hals-Nasen-Ohrenbereich, die Sterblichkeitsrate ist im Vergleich mit anderen Krebserkrankungen allerdings gering. In der Regel sind Männer häufiger von Kehlkopfkrebs betroffen als Frauen. Der Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Kehlkopfkrebs ist ein übermäßiger Nikotin- und Alkoholkonsum. Die Erkrankung geht mit verschiedenen Symptomen einher, die in der Regel bereits in einem frühen Krankheitsstadium auftreten. Zu den Beschwerden gehören unter anderem Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Stimmveränderungen oder ein trockener Reizhusten.

Therapie Kehlkopfkrebs

Bei der Therapie von Kehlkopfkrebs stellt die Operation eine mögliche Methode dar. Eine Strahlen- und/oder Chemotherapie kann zusätzlich oder statt einer Operation angewandt werden. Je nach Größe des Tumors wird bei der Operation entweder ein Teil des Kehlkopfes oder der gesamte Kehlkopf (Laryngektomie) entfernt. Nach einer Laryngektomie erfolgt die Atmung des Patienten fortan über ein sogenanntes Tracheostoma, eine künstlich angelegte Öffnung der Luftröhre. Bei der Strahlentherapie werden die Krebszellen mittels Bestrahlung zerstört. Eine genaue Dosierung ist wichtig, damit umliegendes Gewebe nicht beschädigt wird. Bei der Chemotherapie werden Medikamente eingesetzt, die die Krebszellen zerstören sollen.

Die Hauptursachen für die Entstehung von Kehlkopfkrebs sind Rauchen und ein übermäßiger Alkoholkonsum. Der Alkohol und die im Nikotin enthaltenen Giftstoffe können eine Gewebeveränderung des Kehlkopfs bewirken, die zur Entstehung von Kehlkopfkrebs führt. Auch der berufsbedingte Kontakt mit Stoffen wie z. B. Teerstoffen oder Asbest kann die Entstehung von Kehlkopfkrebs fördern. Man unterscheidet verschiedene Arten von Kehlkopfkrebs. Beim Glottiskarzinom bildet sich der Tumor an der Hinterwand des Kehlkopfes oder im Bereich der Stimmlippen. Das supraglottische Karzinom entsteht oberhalb und das subglottische Karzinom unterhalb der Stimmlippen. Beim transglottischen Karzinom ist der gesamte Kehlkopf befallen.