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Ratgeber Kehlkopfkrebs

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Kehlkopfkrebs
Entstehung von Kehlkopfkrebs

Die Hauptursachen für die Entstehung von Kehlkopfkrebs sind Rauchen und ein übermäßiger Alkoholkonsum. Der Alkohol und die im Nikotin enthaltenen Giftstoffe können eine Gewebeveränderung des Kehlkopfs bewirken, die zur Entstehung von Kehlkopfkrebs führt. Auch der berufsbedingte Kontakt mit Stoffen wie z. B. Teerstoffen oder Asbest kann die Entstehung von Kehlkopfkrebs fördern. Man unterscheidet verschiedene Arten von Kehlkopfkrebs. Beim Glottiskarzinom bildet sich der Tumor an der Hinterwand des Kehlkopfes oder im Bereich der Stimmlippen. Das supraglottische Karzinom entsteht oberhalb und das subglottische Karzinom unterhalb der Stimmlippen. Beim transglottischen Karzinom ist der gesamte Kehlkopf befallen.

Entstehung von Kehlkopfkrebs

Kehlkopfkrebs entsteht in der Regel aus Vorschädigungen, sogenannten Präkanzerosen. Diese Gewebeveränderungen entwickeln sich oft zu bösartigen Entartungen, gelten als Vorstufe von Tumoren und können angeboren oder erworben sein. Präkanzerosen im Zusammenhang mit Kehlkopfkrebs sind Dysplasien (abweichende Gewebestrukturen), Leukoplakien (Verhornung der Schleimhaut) und Tumoren im Frühstadium, sogenannte Carcinoma in situ. Häufigste Ursache für die Entstehung der Entartungen sind Tabakrauchen und Alkoholmissbrauch.

Rauchen verursacht Kehlkopfkrebs

Häufigster Grund für die Entstehung von Kehlkopfkrebs ist das Einatmen von Tabakrauch. Beim Verbrennen einer Zigarette entstehen über 70 hochgiftige Stoffe, die zu den Gewebeveränderungen im Kehlkopf führen können. Menschen, die früh mit dem Rauchen beginnen und regelmäßig viel rauchen, tragen das höchste Risiko. Das Erkrankungsrisiko sinkt erst 10–15 Jahre nach dem Verzicht auf Tabakkonsum auf das Niveau eines Nichtrauchers.

Weitere Ursachen für die Entstehung von Kehlkopfkrebs

Übermäßiger Alkoholkonsum zählt – besonders in Zusammenhang mit Rauchen – zur zweithäufigsten Ursache von Kehlkopfkrebs. Eine schädigende Wirkung des Ethylalkohols wird vermutet, ist aber noch nicht nachgewiesen. Auch die Konfrontation mit Substanzen wie Teerstoffen, Asbest oder Holzstäuben können die Entstehung von Kehlkopfkrebs begünstigen. Diese Ursache steht in der Regel in Zusammenhang mit Berufskrankheiten und einer jahrelangen Aussetzung gegenüber den Giftstoffen. Genetische Ursachen für die Entstehung von Kehlkopfkrebs werden zurzeit noch erforscht.

Die Arten von Kehlkopfkrebs

Kehlkopftumore sind sogenannte Plattenepitelkarzinome, Tumoren, die von Deck- und Drüsengewebe oder den Schleimhäuten ausgehen. Je nachdem, wo genau sie auftreten, unterscheidet man vier verschiedene Arten von Kehlkopfkrebs.

Das Glottiskarzinom

Das Glottiskarzinom ist mit 60 % die häufigste Art von Kehlkopfkrebs tritt im Bereich der Stimmlippen und der Kehlkopfhinterwand auf und macht sich in der Regel durch anhaltende Heiserkeit oder erschwertes Atmen bemerkbar. Durch diese typischen Symptome wird der glottische Kehlkopfkrebs in der Regel früh erkannt. Die Gefahr der Entstehung von Lymphknotenmetastasen ist bei kleinen, auf die Stimmbänder begrenzten glottischen Tumoren meist gering. Wenn sich ein Glottiskarzinom ausbreitet, kann es allerdings zur Ausstrahlung Richtung Zunge oder Luftröhre kommen.

Das supraglottische Karzinom

Supraglottische Larynxkarzinome oberhalb der Stimmlippen kommen im Bereich des Kehldeckels (Epiglottis) und in der Nähe der Stimmbänder vor. Symptome sind ebenfalls Heiserkeit, eine raue Stimme und ein Fremdkörpergefühl im Hals. Diese Art macht etwa 35 % der Gesamterkrankungen an kehlkopfkrebs aus. Mit zunehmender Größe breiten sich supraglottische Karzinome Richtung Zunge aus und bilden aufgrund eines dichten Lymphgewebenetzes schnell Metastasen in den Lymphknoten, besonders im Kieferwinkel.

Subglottische und transglottische Tumoren

Subglottische Tumoren unterhalb der Stimmlippen kommen nur in 5 % aller Fälle vor. Häufig handelt es sich um fortgeschrittene glottische Kehlkopftumoren. Transglottische Larynxkarzinome breiten sich über den gesamten Kehlkopf aus.

Barbara Kliem

02. Dezember 2016
Nach einer Operation bei Kehlkopfkrebs müssen Betroffene das Sprechen neu erlernen. Neben elektronischen Sprechhilfen, ist es auch möglich, mithilfe von Luft, die in der Speiseröhre verschluckt wird, Töne zu erzeugen.
  
12. Oktober 2016
1975 gegründet, konnte der Landesverband der Kehlopfoperierten 2015 auf 40 Jahre Engagement für Menschen mit Kehlkopfkrebs zurückblicken. 2016 fand die Feier anlässlich des Jubiläums statt.
  
30. September 2016
1976 wurde der Landesverband Berlin-Brandenburg der Kehlkopflosen gegründet und feiert somit 2016 sein 40-Jähriges Bestehen. Der Verein unterstützt Betroffene nach der Operation und bietet Informationen zum Erlernen einer Ersatzstimme.
  
13. Juni 2016
Bei den diesjährigen Neuwahlen beim Landesverband der Kehlkopfoperierten Freistaat Sachsen ist der langjährige Vorsitzende Frank Mädler nicht wieder angetreten.
  
02. Juni 2016
Durch die Entfernung des Kehlkopfes verlieren Kehlkopfoperierte die Fähigkeit zur Stimm- und Sprachbildung. Luft bekommen Kehlkopfoperierte durch ein sogenanntes Tracheostoma.
  
Diaggnose Kehlkopfkrebs

Bei der Diagnose von Kehlkopfkrebs kommt es zunächst zum einem ausführlichen Arzt-Patientengespräch mit anschließender Untersuchung von Mundhöhle, Rachen und Hals. Diese erfolgt entweder mittels Abtasten durch den Arzt oder unter Zuhilfenahme eines Mikroskops. Im Laufe der weiteren Diagnose kann es zu einer indirekten Kehlkopfspiegelung kommen, dabei wird der Kehlkopf des Patienten genauer untersucht. Besteht der Verdacht auf Kehlkopfkrebs wird in der Regel eine direkte Kehlkopfspiegelung durchgeführt. Diese erfolgt immer unter Narkose oder Betäubung des Patienten. Dabei kann auffälliges Gewebe entnommen und anschließend mikroskopisch untersucht werden. Weitere Untersuchungsmethoden sind z. B. Röntgen, Computertomografie oder Ultraschalluntersuchungen.

Nach der vollständigen Entfernung des Kehlkopfes verlieren an Kehlkopfkrebs Erkrankte die Fähigkeit zu sprechen. Es gibt verschiedene Methoden um die Sprechfähigkeit zurückzuerlangen. Mithilfe eines Logopäden kann z. B. die Speiseröhrensprache erlernt werden, bei der Luft in Töne umgewandelt wird. Darüber hinaus gibt es elektronische Sprechhilfen, wie die SERVOX digital, die mithilfe von Vibrationen stimmhafte Laute erzeugen. Nach der Entfernung des Kehlkopfes erfolgt die Atmung zudem über ein Tracheostoma. Dabei ist es wichtig, bestimmte Hygienemaßnahmen zu beachten, damit keine Fremdkörper durch das Tracheostoma in den Hals gelangen. Bei der Nahrungsaufnahme sollte außerdem auf gründliches Kauen und eine angemessene Portionierung geachtet werden.

Man unterscheidet vier Arten von Kehlkopfkrebs. Abhängig von der Lage des Tumors handelt es sich um einen supra-, sub-, trans- oder glottischen Tumor. Kehlkopfkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen im Hals-Nasen-Ohrenbereich, die Sterblichkeitsrate ist im Vergleich mit anderen Krebserkrankungen allerdings gering. In der Regel sind Männer häufiger von Kehlkopfkrebs betroffen als Frauen. Der Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Kehlkopfkrebs ist ein übermäßiger Nikotin- und Alkoholkonsum. Die Erkrankung geht mit verschiedenen Symptomen einher, die in der Regel bereits in einem frühen Krankheitsstadium auftreten. Zu den Beschwerden gehören unter anderem Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Stimmveränderungen oder ein trockener Reizhusten.