Ratgeber Kehlkopfkrebs
Informationen für Betroffene und Angehörige
Entstehung von Kehlkopfkrebs
Kehlkopfkrebs entsteht in der Regel aus Vorschädigungen, sogenannten Präkanzerosen. Diese Gewebeveränderungen entwickeln sich oft zu bösartigen Entartungen, gelten als Vorstufe von Tumoren und können angeboren oder erworben sein. Präkanzerosen im Zusammenhang mit Kehlkopfkrebs sind Dysplasien (abweichende Gewebestrukturen), Leukoplakien (Verhornung der Schleimhaut) und Tumoren im Frühstadium, sogenannte Carcinoma in situ. Häufigste Ursache für die Entstehung der Entartungen sind Tabakrauchen und Alkoholmissbrauch.
Rauchen verursacht Kehlkopfkrebs
Häufigster Auslöser für Kehlkopfkrebs ist das Einatmen von Tabakrauch. Neben Alkohol ist Tabak das meistverbreitete Suchtmittel, was jährlich zu mehreren Tausend Todesfällen führt. Beim Verbrennen einer Zigarette entstehen über 70 hochgiftige Stoffe, die zu den Gewebeveränderungen im Kehlkopf führen können. Menschen, die früh mit dem Rauchen beginnen und regelmäßig viel rauchen, tragen das höchste Risiko. Das Erkrankungsrisiko sinkt erst 10 – 15 Jahre nach dem Verzicht auf Tabakkonsum auf das Niveau eines Nichtrauchers.
Weitere Ursachen
Übermäßiger Alkoholkonsum zählt – besonders in Zusammenhang mit Rauchen – zur zweithäufigsten Ursache von Kehlkopfkrebs. Eine schädigende Wirkung des Ethylalkohols wird vermutet, ist aber noch nicht nachgewiesen. Auch die Konfrontation mit Substanzen wie Teerstoffen, Asbest oder Holzstäuben können die Entstehung eines Larynxkarzinoms begünstigen. Diese Ursache steht in der Regel in Zusammenhang mit Berufskrankheiten und einer jahrelangen Aussetzung gegenüber den Giftstoffen. Genetische Ursachen für die Entstehung von Kehlkopfkrebs werden zurzeit noch erforscht.
Die Arten des Kehlkopfkrebses
Kehlkopftumore sind sogenannte Plattenepitelkarzinome, Tumoren, die von Deck- und Drüsengewebe oder den Schleimhäuten ausgehen. Je nachdem, wo genau sie auftreten, unterscheidet man vier verschiedene Arten des Kehlkopfkrebses
Das Glottiskarzinom
Das mit 60 % häufigste Glottiskarzinom tritt im Bereich der Stimmlippen und der Kehlkopfhinterwand auf und macht sich in der Regel durch anhaltende Heiserkeit oder erschwertes Atmen bemerkbar. Durch diese typischen Symptome wird der glottische Kehlkopfkrebs in der Regel früh erkannt. Die Gefahr der Entstehung von Lymphknotenmetastasen ist bei kleinen, auf die Stimmbänder begrenzten glottischen Tumoren sehr gering. Wenn sich ein Glottiskarzinom ausbreitet, kann es allerdings zur Ausstrahlung Richtung Zunge oder Luftröhre kommen.
Das supraglottische Karzinom
Supraglottische Larynxkarzinome oberhalb der Stimmlippen kommen im Bereich des Kehldeckels (Epiglottis) und in der Nähe der Stimmbänder vor. Symptome sind ebenfalls Heiserkeit, eine raue Stimme und ein Fremdkörpergefühl im Hals. Diese Art macht etwa 35 % der Gesamterkrankungen aus. Mit zunehmender Größe breiten sich supraglottische Karzinome Richtung Zunge aus und bilden aufgrund eines dichten Lymphgewebenetzes schnell Metastasen in den Lymphknoten , besonders im Kieferwinkel.
Subglottische und transglottische Tumoren
Subglottische Tumoren unterhalb der Stimmlippen kommen nur in 5 % aller Fälle vor. Häufig handelt es sich um fortgeschrittene glottische Kehlkopftumoren. Transglottische Larynxkarzinome breiten sich über den gesamten Kehlkopf aus.
Barbara Kliem