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Ratgeber Kehlkopfkrebs

Informationen für Betroffene und Angehörige

Wissenswertes

Die „Neck dissection“

Nach der Entfernung des Kehlkopftumors – ob durch Teilresektion oder völliger Entfernung – kann auch die Entfernung der Halslymphknoten notwendig sein, weil sich hier am ehesten Metastasen bilden. Im Rahmen der sogenannten „Neck dissection“ werden die Lymphknoten auf ein- oder beidseitig radikal entfernt.

Atemprobleme

Da Ihre komplette Atmung über Ihr Stoma läuft und nicht mehr durch Ihre Nase und die oberen Luftwege werden Sie auch für Lungenprobleme anfällig sein. Die Nase hat mehrere wichtige Funktionen:

Nach Ihrer Operation werden Sie flacher atmen, die eingeatmete Luft ist trocken, kalt und ungefiltert. Hustenreiz und erhöhter Schleimbildung sowie geringere Leistungsfähigkeit können die Folge sein. Ein Wärme- und Feuchtigkeitstauscher (HME) kann diese Probleme verringern, da er teilweise die Funktionen der Nase ersetzt. Regelmäßig angewendet, verbessert ein HME laut Studien die Lebensqualität, da Sie weniger Sekret produzieren und weniger husten. Stimmungszustände wie Depressionen, Angst, Schlaflosigkeit und Müdigkeit werden verringert, während soziale Aspekte des Lebens verbessert werden. Zudem kann die Qualität Ihrer Stimme sowie die Hygiene verbessert werden.

Riechen und Schmecken

Nach einer totalen Laryngektomie wird Ihr Geruchsund Geschmackssinn eingeschränkt sein. Das liegt daran, dass in Ihrer Nase das so genannte olfaktorische Epithel liegt, das nun nicht mehr mit der Atemluft in Berührung kommt. Die Wiederherstellung dieser Sinne sollte ein fester Bestandteil Ihrer Rehabilitation sein, da Sie ohne Ihren Geruchssinn auch Gefahren wie Gas oder Rauch nicht wahrnehmen können. Viele Laryngektomierten haben gelernt, höflich zu gähnen“, um wieder zu riechen. Bitten Sie Ihren Logopäden oder das Pflegepersonal darum, die CD-ROM „Olfaction regained, using the polite yawning technique.“ (auf Englisch) über Atos Medical zu beziehen, um Ihre Chancen auf eine erfolgreiche olfaktorische Rehabilitation zu vergrößern. Vertrieb durch Atos Medical mit freundlicher Genehmigung des Netherlands Cancer Institute.

Schwimmen und Duschen

Nach einer totalen Laryngektomie kann schwimmen oder Wassersport, wie z.B. Boot fahren, riskant sein. Wenn Sie ins Wasser fallen, wird Ihr Stoma nicht automatisch geschlossen und Sie können leicht ertrinken.
Duschen allerdings muss keine Gefahr für Sie darstellen. Für ein bequemes Duschen empfielt sich eine Duschhilfe. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihren Homecare Berater danach.

Offenhalten des Tracheostomas

Es gibt für Operateure verschiedene Möglichkeiten, ein Stoma zu schaffen. Das Ziel ist es aber immer, ein stabiles und sich nicht zusammenziehendes Stoma zu erhalten. Normalerweise wird ein größeres Stoma (Durchmesser 15-20 mm) bevorzugt, da es ein problemloseres Atmen, einen leichteren Austausch und eine leichtere Pflege der Stimmprothese ermöglicht. Unter Umständen kann sich das Stoma dennoch zusammenziehen. Um dies zu verhindern, verwendet man verschiedene Arten von Kanülen aus Metall, Kunststoff oder weichem Silikon.

Vorbeugung

Da Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum zu den beiden Hauptrisikofaktoren gehören, ist der Verzicht auf Rauchen und Alkohol die effektivste Form, Kehlkopfkrebs vorzubeugen. Menschen, die zu beiden Risikogruppen gehören, sollten ihren Kehlkopf regelmäßig vorsorglich untersuchen lassen.

Prognose

Je nach Lokalisation und Stadium des Kehlkopfkrebses, gilt für Männer eine sogenannte Fünfjahresüberlebensrate von rund 65 %, das bedeutet, nach 5 Jahren sind etwa 35 % der betroffenen Männer verstorben. Bei Frauen ist die Fünfjahresüberlebensrate mit etwa 76 % höher.

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Kehlkopf Krebs-News von Curado.de

  • Leuchtende Metastasen 05.03.2012
    Eine Methode, die Krebschirurgie erfolgreicher zu machen, wurde von Forschern der Technischen Universität München und der niederländischen Universität Groningen entwickelt. Ein vor der OP in die Venen gespritzter Fluoreszenzfarbstoff reichert sich gezielt in Tumor-Metastasen an.
  • Kehlkopfkrebs vorbeugen und behandeln 01.11.2011
    Jährlich erkranken etwa 3000 Menschen in Deutschland neu an Kehlkopfkrebs. Rauchen und Alkohol sind Hauptrisikofaktoren für diese und weitere Krebserkrankungen im Mund-Rachenraum, am Kehlkopf und in der Speiseröhre.
  • Duschen erlaubt 31.07.2011
    Wer sich nach einer Operation wieder wie vorher duschen möchte, darf das heute in aller Regel spätestens am dritten Tag danach. Das erklärt Dr. Wolfgang Blank, Allgemeinarzt aus Kirchberg und Lehrbeauftragter für Allgemeinmedizin an der Technischen Universität München, im Patientenmagazin "HausArzt".
  • Empfehlung nur auf Nachfrage 23.07.2011
    Zu welchem Arzt gehe ich mit der Überweisung, in welche Apotheke mit einem Rezept? Der Arzt, der beides ausstellt, darf in der Regel konkrete Ratschläge nicht geben. Ihm ist es nicht erlaubt, "ohne hinreichenden Grund an bestimmte Apotheken, Geschäfte oder Anbieter von gesundheitlichen Leistungen zu verweisen", zitiert die "Apotheken Umschau" die Berufsordnung.
  • 20. April 2011: Vortragsreihe Info-Treff „Tumore im Kopf- und Halsbereich – Diagnostik, Therapie und Nachsorge“ 19.04.2011
    Im Rahmen unseres Jahresprogramms „Wissen, wo es lang geht“ für Krebserkrankte und deren Angehörige sowie die interessierte Bevölkerung findet am Mittwoch, den 20. April 2011, um 18 Uhr ein Info-Treff zum Thema „Tumore im Kopf- und Halsbereich – Diagnostik, Therapie und Nachsorge“ im Lesecafé „ONKO-logisch“ der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft e. V., Paracelsusstraße 23 (Haus 3, Mitteleingang, auf dem Gelände der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland) in 06114 Halle (Saale) statt.