Ratgeber Kehlkopfkrebs

Informationen für Betroffene und Angehörige

Was ist Kehlkopfkrebs?

Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom) ist eine bösartige Tumorerkrankung im Kehlkopf. Er tritt von den Tumorerkrankungen im Hals-Nasen-Ohrenbereich am häufigsten auf. Der Kehlkopf ist das Organ, das im Hals Luft- und Speiseröhre trennt und mit dessen Hilfe die Stimme entsteht. Der größte Teil (90 %) der Erkrankten sind Männer. Inzwischen erkranken aber auch immer mehr Frauen. Hauptursachen sind Rauchen und übermäßiger Alkoholgenuss .

Der Kehlkopf

Der Kehlkopf (Larynx) liegt im vorderen Halsbereich am Übergang vom Rachen zur Speiseröhre und erfüllt als Teil des Atemtraktes mehrere Funktionen. Er ermöglicht als Pförtner der unteren Luftröhre das Atmen, er verhindert, dass die Nahrung in die Luft- statt in die Speiseröhre gerät und er ermöglicht die Stimme und damit das Sprechen. Als Teil des Kehlkopfes ist äußerlich der Adamsapfel – bei Männern stärker ausgeprägt als bei Frauen – sichtbar. Mit einer recht komplizierten anatomischen Struktur ist der Kehlkopf mit einer Membran am Zungenbein aufgehängt. Er besteht aus einem Gerüst aus Knorpeln, die durch Gelenke, Bänder und Membranen verbunden sind. Die Kehlkopfmuskulatur reguliert die Stellung der Knorpel und die Spannung der Bänder. Sie bewegt die Stimmlippen im stimmbildenden Teil des Kehlkopfs (Glottis), die den Strom der Atemluft regulieren und die Stimme erzeugen.

Symptome bei Kehlkopfkrebs

Kehlkopfkrebs ist eine Tumorform, die früh Symptome zeigt und Beschwerden verursacht. Erste Anzeichen für ein Larynxkarzinom können anhaltende Heiserkeit und Stimmveränderung sein. Weitere Beschwerden, die auftreten können, sind ein Räusperzwang oder ein Fremdkörpergefühl im Hals, trockener Reizhusten sowie Schluckbeschwerden. Treten diese Symptome über einen Zeitraum von länger als zwei bis vier Wochen auf, muss ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden, um eine eventuelle Kehlkopfkrebserkrankung abzuklären. Dies ist mittels einer einfachen Spiegeluntersuchung möglich.

Verbreitung

Die Zahl der Krebserkrankungen im Mund-, Rachen- und Kehlkopfbereich ist in den letzten 10 Jahren leicht rückläufig. Männer erkranken weit häufiger als Frauen, aber mit der zunehmenden Anzahl von Raucherinnen steigt die Zahl der betroffenen Frauen an. Jährlich erkranken etwa 3500 Männer und 500 Frauen in Deutschland. Das Erkrankungsalter liegt meistens zwischen 50 und 70 Jahren, zunehmend sind aber auch jüngere Menschen betroffen. Bezüglich der Sterblichkeit gehört Kehlkopfkrebs zu den selteneren Krebserkrankungen. 1,5 % der Männer, die an Krebs sterben, litten an Kehlkopfkrebs. Bei den Frauen, die einem Krebsleiden erliegen, hatten weniger als 1 % Kehlkopfkrebs.

Arten des Kehlkopfkrebses

Bezüglich der Lage des Tumors unterscheiden sich drei Arten des Kehlkopfkrebses, je nachdem, wie sie zur Glottis liegen: es kommen oberhalb (supraglottisch) und unterhalb (subglottisch) der Glottis gelegene Tumoren und die am häufigsten auftretenden glottischen Tumoren vor.

Barbara Kliem

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