Informationen für Betroffene und Angehörige
 
Kehlkopfkrebs
Was ist Kehlkopfkrebs?

Man unterscheidet vier Arten von Kehlkopfkrebs. Abhängig von der Lage des Tumors handelt es sich um einen supra-, sub-, trans- oder glottischen Tumor. Kehlkopfkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen im Hals-Nasen-Ohrenbereich, die Sterblichkeitsrate ist im Vergleich mit anderen Krebserkrankungen allerdings gering. In der Regel sind Männer häufiger von Kehlkopfkrebs betroffen als Frauen. Der Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Kehlkopfkrebs ist ein übermäßiger Nikotin- und Alkoholkonsum. Die Erkrankung geht mit verschiedenen Symptomen einher, die in der Regel bereits in einem frühen Krankheitsstadium auftreten. Zu den Beschwerden gehören unter anderem Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Stimmveränderungen oder ein trockener Reizhusten.

Diaggnose Kehlkopfkrebs

Bei der Diagnose von Kehlkopfkrebs kommt es zunächst zum einem ausführlichen Arzt-Patientengespräch mit anschließender Untersuchung von Mundhöhle, Rachen und Hals. Diese erfolgt entweder mittels Abtasten durch den Arzt oder unter Zuhilfenahme eines Mikroskops. Im Laufe der weiteren Diagnose kann es zu einer indirekten Kehlkopfspiegelung kommen, dabei wird der Kehlkopf des Patienten genauer untersucht. Besteht der Verdacht auf Kehlkopfkrebs wird in der Regel eine direkte Kehlkopfspiegelung durchgeführt. Diese erfolgt immer unter Narkose oder Betäubung des Patienten. Dabei kann auffälliges Gewebe entnommen und anschließend mikroskopisch untersucht werden. Weitere Untersuchungsmethoden sind z. B. Röntgen, Computertomografie oder Ultraschalluntersuchungen.

Therapie Kehlkopfkrebs

Bei der Therapie von Kehlkopfkrebs stellt die Operation eine mögliche Methode dar. Eine Strahlen- und/oder Chemotherapie kann zusätzlich oder statt einer Operation angewandt werden. Je nach Größe des Tumors wird bei der Operation entweder ein Teil des Kehlkopfes oder der gesamte Kehlkopf (Laryngektomie) entfernt. Nach einer Laryngektomie erfolgt die Atmung des Patienten fortan über ein sogenanntes Tracheostoma, eine künstlich angelegte Öffnung der Luftröhre. Bei der Strahlentherapie werden die Krebszellen mittels Bestrahlung zerstört. Eine genaue Dosierung ist wichtig, damit umliegendes Gewebe nicht beschädigt wird. Bei der Chemotherapie werden Medikamente eingesetzt, die die Krebszellen zerstören sollen.

Nach der vollständigen Entfernung des Kehlkopfes verlieren an Kehlkopfkrebs Erkrankte die Fähigkeit zu sprechen. Es gibt verschiedene Methoden um die Sprechfähigkeit zurückzuerlangen. Mithilfe eines Logopäden kann z. B. die Speiseröhrensprache erlernt werden, bei der Luft in Töne umgewandelt wird. Darüber hinaus gibt es elektronische Sprechhilfen, wie die SERVOX digital, die mithilfe von Vibrationen stimmhafte Laute erzeugen. Nach der Entfernung des Kehlkopfes erfolgt die Atmung zudem über ein Tracheostoma. Dabei ist es wichtig, bestimmte Hygienemaßnahmen zu beachten, damit keine Fremdkörper durch das Tracheostoma in den Hals gelangen. Bei der Nahrungsaufnahme sollte außerdem auf gründliches Kauen und eine angemessene Portionierung geachtet werden.

Was ist Kehlkopfkrebs?

Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom) ist eine bösartige Tumorerkrankung im Kehlkopf. Er tritt von den Tumorerkrankungen im Hals-Nasen-Ohrenbereich am häufigsten auf. Der Kehlkopf ist das Organ, das im Hals Luft- und Speiseröhre trennt und mit dessen Hilfe die Stimme entsteht. Der größte Teil (90 %) der Erkrankten sind Männer. Inzwischen erkranken aber auch immer mehr Frauen. Hauptursachen für Kehlkopfkrebs sind Rauchen und übermäßiger Alkoholgenuss.

Der Kehlkopf

Der Kehlkopf (Larynx) liegt im vorderen Halsbereich am Übergang vom Rachen zur Speiseröhre und erfüllt als Teil des Atemtraktes mehrere Funktionen. Er ermöglicht als Pförtner der unteren Luftröhre das Atmen, er verhindert, dass die Nahrung in die Luft- statt in die Speiseröhre gerät und er ermöglicht die Stimme und damit das Sprechen. Als Teil des Kehlkopfes ist äußerlich der Adamsapfel – bei Männern stärker ausgeprägt als bei Frauen – sichtbar. Mit einer recht komplizierten anatomischen Struktur ist der Kehlkopf mit einer Membran am Zungenbein aufgehängt. Er besteht aus einem Gerüst aus Knorpeln, die durch Gelenke, Bänder und Membranen verbunden sind. Die Kehlkopfmuskulatur reguliert die Stellung der Knorpel und die Spannung der Bänder. Sie bewegt die Stimmlippen im stimmbildenden Teil des Kehlkopfs (Glottis), die den Strom der Atemluft regulieren und die Stimme erzeugen.

Symptome bei Kehlkopfkrebs

Kehlkopfkrebs ist eine Form von Krebs, die in der Regel früh Symptome zeigt und Beschwerden verursacht. Erste Anzeichen für Kehlkopfkrebs können anhaltende Heiserkeit und Stimmveränderung sein. Weitere Beschwerden, die auftreten können, sind ein Räusperzwang oder ein Fremdkörpergefühl im Hals, trockener Reizhusten sowie Schluckbeschwerden. Treten diese Symptome über einen Zeitraum von mehr als zwei bis vier Wochen auf, muss ein Hals-Nasen-Ohrenarzt aufgesucht werden, um eine eventuelle Erkrankung an Kehlkopfkrebs abzuklären. Dies ist z. B. mittels einer Spiegeluntersuchung möglich.

Verbreitung von Kehlkopfkrebs

Die Zahl der Krebserkrankungen im Mund-, Rachen- und Kehlkopfbereich ist in den letzten zehn Jahren leicht rückläufig. Männer erkranken weit häufiger als Frauen, aber mit der zunehmenden Anzahl von Raucherinnen steigt die Zahl der betroffenen Frauen an. Jährlich erkranken etwa 3.300 Männer und 500 Frauen in Deutschland an Kehlkopfkrebs. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Männern bei etwa 63 und bei Frauen bei etwa 66 Jahren, zunehmend sind aber auch jüngere Menschen betroffen. Bezüglich der Sterblichkeit gehört Kehlkopfkrebs zu den selteneren Krebserkrankungen. 1,5 % der Männer, die an Krebs sterben, litten an Kehlkopfkrebs. Bei den Frauen, die einem Krebsleiden erliegen, hatten weniger als 1 % Kehlkopfkrebs.

Arten von Kehlkopfkrebs

Bezüglich der Lage des Tumors unterscheiden sich vier Arten von Kehlkopfkrebs, je nachdem, wie sie zur Glottis liegen: es kommen oberhalb (supraglottisch), unterhalb (subglottisch) der Glottis gelegene Tumoren, im gesamten Kehlkopf ausgebreitete (transglottisch) und die am häufigsten auftretenden glottischen Tumoren vor.

Barbara Kliem

20. Mai 2015
Auf 25 Jahre erfolgreichen Einsatz für die Belange von kehlkopfoperierten Menschen kann der Landesverband der Kehlkopflosen und Kehlkopfoperierten in Sachsen 2015 zurückblicken.
  
29. April 2015
Rund 4.000 Menschen in Deutschland erkranken nach Angaben der Deutschen Krebshilfe jedes Jahr neu an Kehlkopfkrebs, Männer sind hierbei i. d. R. häufiger betroffen als Frauen. Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten – die wichtigste ist die Operation.
  
15. April 2015
Mit dem neuen Präsidenten Friedrich Wettlaufer ging der Bundesverband der Kehlkopfoperierten aus seinem Bundeskongress hervor, der unter dem Motto „40 Jahre Bundesverband – 40 Jahre Krebs-Selbsthilfe im Wandel“ stand – denn die Selbsthilfeorganisation konnte 2014 auf 40 aktive und engagierte Jahre zurückblicken.
  
11. Februar 2015
Kehlkopfkrebs ist durch die frühzeitige Diagnose vermeidbar oder heilbar. Vor allem Raucher tragen ein hohes Risiko. Umso wichtiger ist es, dass sie den harmlosen jährlichen Vorsorge-Check wahrnehmen.
  
21. Januar 2015
Wenn ein Tumor den Kehlkopf beschädigt und er entfernt werden muss, hat das für den Patienten weitreichende Folgen. Ein neuer Therapieansatz für Kehlkopfkrebs erhöht die Chance auf den Erhalt des Kehlkopfes und die Überlebensrate der Patienten.